Mittelmeer: 39 Erdbeben an einem Tag

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Acht der 25 Beben vor Kreta rangierten zwischen Stärken von 4,5 über 5,2 bis hin zu dem größten Beben am Samstagnachmittag mit einer Stärke von 6,4.
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Das Mittelmeer wurde am Wochenende von zahlreichen Erdbeben erschüttert, 25 davon rund 60 km vor der Küste von Kreta, wie die türkische Katastrophenschutzbehörde AFAD auf ihrer Internetseite verzeichnet. Das heftigste Beben trat mit einer Stärke von 6,4 auf der Richterskala am Samstag um 14:51 MESZ auf.

Kreta sowie die Küste der Westtürkei liegen am sogenannten Hellenischen Bogen, einer besonders erdbebengefährdeten Region. Die Region war bereits Schauplatz zweier Beben mit nahezu apokalyptischen Ausmaßen in den Jahren 365 und 1303 n. Chr. – damals starben bei den Erbeben, die heute mit einer Stärke über 8,0 verortet werden, fünfstellig an Menschen, die Beben konnten bis ins 1000 Kilometer entfernte Konstantinopel gespürt werden.

Kleinere Erdbeben vor Mugla und Hatay

Insgesamt kam es im Mittelmeer in den letzten 24 Stunden zu 39 Erdbeben. Während ein Großteil sich auf die Region vor der griechischen Insel Kreta konzentrierte, bebte die Erde auch vor der westtürkischen Region Mugla und vor der Küste Hatays.

Acht der 25 Beben vor Kreta rangierten zwischen Stärken von 4,5 über 5,2 bis hin zu dem größten Beben am Samstagnachmittag mit einer Stärke von 6,4.

Gefahr eines potenziellen Tsunamis

Wie das GeoForschungsZentrum GFZ gemeinsam mit der Canterbury University und GNS Science New Zealand bereits 2015 in den „Geophysical Research Letters“ feststellte, ist die Region zwischen der griechischen Insel Kreta und der Westküste der Türkei besonders gefährdet. Im Gespräch mit NTV sagte damals die GFZ-Forscherin Vasiliki Mouslopoulou, dass für die West-Türkei die Gefahr eines potenziellen Tsunamis, der die gesamte Küstenlinie beträfe, gelte. In ihren Forschungen kamen die Wissenschaftler zu dem Schluss, dass früher oder später unter West- und Ost-Kreta heftige Erdbeben zu erwarten seien.

Bis jetzt wurden durch die Erdbeben vor Kreta keine Schäden oder Verletzte gemeldet. Man darf hoffen, dass dies auch weiterhin so bleibt.